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Ratgeber

Einstieg in Kanzlei und Notariat: Referendariat, Zulassung und Bewerbung

Die Wege in die Anwaltschaft und in die Fachangestelltenberufe, mit den Unterlagen, die Kanzleien erwarten.

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Vom Referendariat zur Zulassung

Nach der ersten Prüfung folgt der juristische Vorbereitungsdienst. Er dauert zwei Jahre und umfasst Pflichtstationen bei einem Zivilgericht, bei einer Staatsanwaltschaft oder einem Strafgericht, bei einer Verwaltungsbehörde und bei einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt. Die Anwaltsstation dauert mindestens neun Monate und ist eine gute Gelegenheit, eine künftige Kanzlei kennenzulernen. Nach der zweiten Staatsprüfung beantragst du die Zulassung bei der Rechtsanwaltskammer. Wirksam wird sie mit der Aushändigung der Urkunde, vorher leistest du den Eid und weist eine Berufshaftpflichtversicherung nach.

Bewerbung als Anwältin oder Anwalt

Kanzleien erwarten Examensnoten, Stationszeugnisse aus dem Referendariat und Angaben zu Schwerpunkten, Sprachen und Veröffentlichungen. Stelle im Anschreiben dar, welche Rechtsgebiete dich interessieren und welche praktischen Erfahrungen du darin hast. Für Syndikusstellen zählt zusätzlich, dass du das Geschäft des Unternehmens verstehst.

Ohne zweites Staatsexamen

Mit einem Bachelor- oder Masterabschluss im Wirtschaftsrecht kannst du nicht als Rechtsanwalt zugelassen werden, denn dafür ist die Befähigung zum Richteramt nötig. Wirtschaftsjuristinnen und Wirtschaftsjuristen arbeiten deshalb eher in Rechtsabteilungen, Compliance, Vertragsmanagement oder als juristische Mitarbeitende in Kanzleien. Auch Referendarinnen und Referendare finden hier Stellen als wissenschaftliche Mitarbeitende.

Ausbildung und Aufstieg bei Fachangestellten

Für die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten oder Notarfachangestellten bewirbst du dich direkt bei einer Kanzlei oder einem Notariat. Später kannst du dich zum Geprüften Rechtsfachwirt fortbilden: Mit abgeschlossener Ausbildung wirst du nach mindestens zwei Jahren Berufspraxis zur Prüfung zugelassen, ohne diesen Abschluss nach mindestens sechs Jahren einschlägiger Praxis.

Das zählt in der Bewerbung für Fachangestellte

  • Sicherer Umgang mit Fristen und Wiedervorlagen
  • Erfahrung mit Kanzleisoftware und dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach
  • Kenntnisse im Kostenrecht und im Mahnverfahren
  • Genaue Arbeitsweise und Verschwiegenheit

Nenne im Lebenslauf die Rechtsgebiete, in denen du gearbeitet hast, denn eine Kanzlei mit Schwerpunkt Arbeitsrecht sucht andere Erfahrung als ein Notariat mit vielen Grundstücksgeschäften.

Fachanwalt werden

Für eine Fachanwaltsbezeichnung weist du gegenüber der Rechtsanwaltskammer besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen in einem Rechtsgebiet nach. Die Einzelheiten regelt die Fachanwaltsordnung. Wer eine Spezialisierung anstrebt, sollte bei der Wahl der ersten Kanzlei darauf achten, dass dort genügend Fälle aus dem Rechtsgebiet bearbeitet werden.

Quereinstieg ins Sekretariat

Kanzleien stellen für Sekretariat und Empfang teils auch Bürokräfte ohne Fachangestelltenausbildung ein. Mit Berufspraxis in der Kanzlei kannst du später die Fortbildung zum Rechtsfachwirt anstreben, wenn du sechs Jahre einschlägige Praxis nachweist. Kenntnisse in Textverarbeitung, Diktat und Terminplanung sind dabei hilfreich, ebenso ein sicherer Umgang am Telefon.

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